Reifenwechsel und Reifen: Worauf müssen Autofahrer achten?

Reifen sind die einzige direkte Verbindung zwischen Fahrzeug und Fahrbahn. Ihr Zustand beeinflusst maßgeblich das Bremsverhalten, die Fahrstabilität und die Sicherheit im Straßenverkehr. Dennoch werden wichtige Faktoren wie Profiltiefe, Reifenalter, Luftdruck oder Beschädigungen häufig unterschätzt.

Ob Sommerreifen, Winterreifen oder Ganzjahresreifen: Als unabhängiger Kfz-Sachverständiger in München erkläre ich Ihnen, worauf Sie beim Reifenwechsel achten sollten, welche gesetzlichen Vorschriften gelten und wann Reifen aus Sicherheitsgründen ausgetauscht werden sollten.

Das Wichtigste zum Reifenwechsel auf einen Blick

Wann sollte man die Reifen wechseln? 

Als Orientierung für den saisonalen Räderwechsel gilt die bekannte Faustregel „Von O bis O“ – von Oktober bis Ostern. Sie bietet einen groben Anhaltspunkt, ist jedoch keine gesetzliche Vorgabe.

In Deutschland gilt eine situative Winterreifenpflicht. Das bedeutet, dass bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte geeignete Winterreifen vorgeschrieben sind.

Gerade in München und dem bayerischen Umland können winterliche Straßenverhältnisse auch außerhalb der klassischen Wintermonate auftreten. Entscheidend sind deshalb die tatsächlichen Witterungsbedingungen und nicht allein das Datum.

Sommerreifen sind für wärmere Straßenverhältnisse ausgelegt. Winterreifen bieten aufgrund ihrer Profilgestaltung und Gummimischung insbesondere bei Schnee und winterlicher Glätte Vorteile.

Welche Profiltiefe müssen die Reifen haben?

Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe beträgt in Deutschland 1,6 Millimeter. Sie gilt grundsätzlich sowohl für Sommer- als auch für Winter- und Ganzjahresreifen.

Aus Sicherheitsgründen empfiehlt sich jedoch ein früherer Austausch, da die Fahreigenschaften bereits vor Erreichen der gesetzlichen Verschleißgrenze nachlassen können.

Insbesondere bei nasser Fahrbahn kann eine geringe Profiltiefe die Wasserverdrängung beeinträchtigen und das Risiko von Aquaplaning erhöhen.

Die Profiltiefe sollte an mehreren Stellen der Lauffläche gemessen werden. Einseitiger oder ungleichmäßiger Verschleiß kann außerdem auf Probleme mit der Achsgeometrie, dem Reifendruck oder dem Fahrwerk hinweisen.

Was bedeutet das Alpine-Symbol auf Winterreifen? 

Seit dem 1. Oktober 2024 müssen Reifen, die bei winterlichen Straßenverhältnissen verwendet werden, das sogenannte Alpine-Symbol tragen.

Das Symbol zeigt einen dreigezackten Berg mit einer Schneeflocke und kennzeichnet Reifen, die bestimmte Anforderungen an ihre Wintereigenschaften erfüllen.

Die frühere M+S-Kennzeichnung („Matsch und Schnee“) reicht allein nicht mehr aus. Dies betrifft auch ältere Winter- und Ganzjahresreifen.

Vor dem saisonalen Räderwechsel sollte deshalb überprüft werden, ob die vorhandenen Reifen entsprechend gekennzeichnet sind.

Wie alt dürfen Autoreifen sein? 

Auch Reifen mit ausreichender Profiltiefe können ein Sicherheitsrisiko darstellen. Der Grund: Die verwendeten Gummimischungen verändern im Laufe der Zeit ihre Eigenschaften.

Durch Alterung, UV-Strahlung und Temperaturschwankungen kann das Material an Elastizität verlieren. Dadurch können insbesondere die Haftung bei Nässe und das Bremsverhalten beeinträchtigt werden.

Für gewöhnliche Pkw-Reifen existiert in Deutschland keine allgemeine gesetzliche Altersgrenze. Als Orientierung gilt:

  • Winterreifen sollten ab etwa sechs Jahren besonders kritisch überprüft und in der Regel spätestens nach acht Jahren ersetzt werden.
  • Sommerreifen sollten spätestens nach acht bis zehn Jahren ersetzt werden.
  • Bei sichtbaren Rissen, Verformungen oder anderen sicherheitsrelevanten Beschädigungen kann ein Austausch deutlich früher notwendig sein.

Wie lässt sich das Reifenalter anhand der DOT-Nummer bestimmen? 

Das Herstellungsdatum eines Reifens lässt sich anhand einer vierstelligen Zahlenkombination auf der Reifenflanke ablesen.

Beispiel: DOT 2322

Der Reifen wurde in der 23. Kalenderwoche des Jahres 2022 hergestellt.

Besonders bei Fahrzeugen mit geringer Jahresfahrleistung, Saisonfahrzeugen und Oldtimern sollte das Reifenalter regelmäßig kontrolliert werden. Hier erreichen Reifen häufig ein kritisches Alter, bevor die Profiltiefe vollständig abgefahren ist.

Reifengrößen und Reifenkennzeichnung – Was bedeuten die Zahlen?

Auf der Reifenflanke befinden sich verschiedene Zahlen und Buchstaben, die Auskunft über die Reifengröße, Tragfähigkeit und zulässige Höchstgeschwindigkeit geben. Diese Angaben sind entscheidend, um die passenden Reifen für das Fahrzeug auszuwählen.

Wichtig: Nicht jede Reifengröße darf auf jedem Fahrzeug montiert werden. Maßgeblich sind die zulässigen Rad-Reifen-Kombinationen gemäß Fahrzeugpapieren, CoC-Dokument oder entsprechenden Genehmigungen. Auch Tragfähigkeits- und Geschwindigkeitsindex müssen den geltenden Anforderungen entsprechen.

Welche Reifenschäden sind besonders gefährlich? 

Nicht jeder Reifenschaden ist auf den ersten Blick eindeutig erkennbar. Bereits ein Kontakt mit einer Bordsteinkante oder einem anderen Hindernis kann Schäden an der Reifenstruktur verursachen.

Besonders kritisch sind:

  • Risse in der Reifenflanke: Sie können auf Materialalterung oder mechanische Beschädigungen hinweisen.
  • Beulen oder Auswölbungen: Mögliche Anzeichen einer Beschädigung der tragenden Reifenstruktur.
  • Schnitte und tiefe Abschürfungen: Können die Festigkeit und Betriebssicherheit beeinträchtigen.
  • Einseitiger Reifenverschleiß: Kann auf eine fehlerhafte Achsgeometrie oder Fahrwerksprobleme hinweisen.
  • Eingefahrene Fremdkörper: Schrauben, Nägel oder andere Gegenstände können zu schleichendem Druckverlust führen.

Bei Verdacht auf einen strukturellen Reifenschaden sollte das Fahrzeug nicht weiter im Straßenverkehr bewegt werden, bis eine fachkundige Prüfung erfolgt ist.

Reifenschäden nach einem Verkehrsunfall

Nach einem Unfall oder einem stärkeren Anstoß an einem Rad sollten Reifen und Felgen besonders sorgfältig überprüft werden. Auch wenn äußerlich nur geringe Kontaktspuren erkennbar sind, können weitergehende Beschädigungen vorliegen.

Je nach Anstoßart und Schadensbild kann zusätzlich eine Überprüfung von Radaufhängung, Lenkung und Achsgeometrie erforderlich sein.

Als Kfz-Sachverständiger berücksichtige ich solche Beschädigungen bei der technischen Schadenaufnahme und der Festlegung eines fachgerechten Reparaturwegs.

Häufig gestellte Fragen zu Reifen

Hinweis: Die Inhalte dieser Seite dienen der allgemeinen Information und stellen keine Rechtsberatung dar. Die rechtliche Beurteilung sowie die Erstattungsfähigkeit einzelner Schadenpositionen hängen vom Unfallland und den Umständen des jeweiligen Einzelfalls ab.

Kfz-Sachverständiger Leon Schulz in München

Fachkundige Beurteilung von Reifenschäden in München

Reifen und Räder sind sicherheitsrelevante Bauteile. Insbesondere nach einem Verkehrsunfall können Beschädigungen vorliegen, deren Umfang sich nicht allein anhand äußerlich sichtbarer Spuren beurteilen lässt.

Als unabhängiger Kfz-Sachverständiger in München unterstütze ich Sie bei der fachlichen Beurteilung unfallbedingter Schäden an Reifen, Felgen und Fahrwerkskomponenten. Im Rahmen eines Schadengutachtens werden die feststellbaren Beschädigungen dokumentiert und erforderliche Prüf- und Reparaturmaßnahmen berücksichtigt.

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